Küchenwissen

Küchenfronten

Küchenfronten bilden den größten sichtbaren Teil einer Einbauküche. Material, Oberfläche und Farbe legen fest, wie eine Küche aussieht, wie sich die Fronten anfühlen und wie aufwendig sie zu pflegen sind. Die Fronten sind je nach Hersteller matt, glänzend oder strukturiert erhältlich. Eine Einbauküche wird meist rund fünfzehn Jahre genutzt, und die Fronten werden in dieser Zeit täglich geöffnet und geschlossen.

Die Hersteller arbeiten mit Kunststoffen, Lacken, Holz, Glas und Keramik. Die Materialien unterscheiden sich darin, wie viel sie aushalten, wie sie gepflegt werden und was sie kosten. Diese Seite stellt die gängigen Küchenfronten der Reihe nach vor.

Kunststofffronten mit Melaminharz

Kunststofffronten bestehen aus einer Trägerplatte mit einer Auflage aus Melaminharz. Die Oberfläche ist in vielen Unifarben erhältlich und lässt sich mit feinen Strukturen versehen. Diese Fronten sind deshalb auch als Holz-, Schiefer- oder Betonnachbildung erhältlich. Betonnachbildungen sind in Tönen von Sand bis Anthrazit erhältlich. Die Struktur folgt bei der Synchronpore exakt dem gedruckten Dekor, sodass Maserung und Oberfläche übereinstimmen. Schüller führt solche Fronten etwa im Programm Prato mit Reliefpore.

Schichtstofffronten

Schichtstofffronten sind mehrschichtig aufgebaut: Auf Phenolharz folgen ein Dekorpapier und eine transparente Deckschicht. Die Schichten werden unter hohem Druck und hoher Temperatur verpresst. Die Auflage ist dadurch deutlich dicker und härter als bei einer Kunststofffront. Das Postforming-Verfahren beschichtet zusätzlich Ecken und Kanten. Hochdruckschichtstoff, kurz HPL, ist kratz- und stoßfest und unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Schichtstofffronten werden mit einem feuchten Tuch gereinigt. Schüller führt Schichtstoff im Programm Salona mit matter Anti-Fingerprint-Oberfläche.

Lacklaminatfronten

Lacklaminatfronten tragen eine Folie, die schon vor dem Aufbringen lackiert wird. Schüller verwendet dafür eine PVC-freie PET-Folie auf einem MDF-Träger. Lacklaminat ist hochglänzend und matt in zahlreichen Farben und Dekoren erhältlich. Lacklaminatfronten ähneln optisch einer Lackfront. Schüller stuft Lacklaminat als strapazierfähige Front ein. nobilia nutzt supermattes Lacklaminat unter anderem im Programm TOUCH, auch für Landhausküchen.

Lackfronten

Lackfronten sind matt, ultramatt, seidig, glänzend und hochglänzend erhältlich. Der Lack wird in mehreren Arbeitsgängen aufgetragen, deshalb liegen Lackfronten preislich höher. UV-Lack wird nach dem Auftragen mit Strahlung gehärtet, sodass eine sehr harte Oberfläche entsteht. Schüller beschichtet dafür eine Holzwerkstoffplatte, beim Programm Fino Matt in mehreren Schichten. Eine umlaufende Dickkante schützt die Ränder vor Stößen. Matte Lacke mit Anti-Fingerprint-Eigenschaft reduzieren sichtbare Fingerabdrücke. Lackfronten werden in der Regel mit Wasser und etwas Spülmittel gereinigt.

Holzfronten

Holzfronten werden in zwei Bauarten gefertigt. Echtholzfronten bestehen aus einer Trägerplatte, auf die eine dünne Schicht Holz geklebt wird. Massivholzfronten stammen durchgehend aus einer Holzart und unterliegen einer DIN-Norm. Beide Varianten sind ein Naturprodukt mit individueller Maserung. Holz muss häufiger gepflegt werden als Kunststoff. Holzfronten werden regelmäßig imprägniert, damit die Oberfläche geschützt bleibt. Holzfronten gehören preislich zum oberen Segment. Oster fertigt Küchen aus Massivholz vom Landhausstil bis zur grifflosen Gestaltung.

Glas, Keramik und Stein

Glasfronten bestehen meist aus Einscheibensicherheitsglas, das auf der Rückseite lackiert wird. Der Lack liegt hinter der Scheibe, dadurch erscheint die Farbe räumlich und tief. Ein Alurahmen oder eine Acrylkante schützt bei vielen Modellen die Kanten vor dem Abplatzen. Glasfronten sind neben klarer auch in milchiger und satinierter Ausführung erhältlich. Flecken und Fingerabdrücke lassen sich auf Glas mit Glasreiniger entfernen. Schüller führt mit Smartglas ein mattes Polymerglas mit Anti-Fingerprint-Oberfläche. Keramikfronten sind strapazierfähig und tragen oft Marmor- oder Steindekore. Steinfurnier entsteht aus einer dünnen Schicht Schiefer, die auf ein Trägervlies und eine Trägerplatte aufgebracht und anschließend versiegelt wird.

Die passende Front finden

Die passende Küchenfront richtet sich danach, wie oft in der Küche gekocht wird, wie viel Zeit für die Pflege bleibt und wie hoch das Budget ist. Schichtstoff und Kunststoff gelten als robust und pflegeleicht. Lack und Glas haben glatte, geschlossene Oberflächen, Holz eine natürliche Maserung. Steinfurnier zählt zu den teuersten Küchenfronten, auch Keramik, Glas und Holz liegen im oberen Preissegment. Viele Fronten lassen sich unabhängig vom Material mit oder ohne Griffe planen, wie die Seite zur grifflosen Küche zeigt.

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Anthrazitfarbene Küchenzeile mit Holzdekor-Fliesenspiegel, Kochfeld mit Apfelkorb und Spüle, links ein gedeckter Esstisch mit blau gestreifter Tischdecke.

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